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18.12.2017

Diskussionen um Inklusion weisen häufig den falschen Zugenschlag auf

Grundsätzlich gilt:

1. Die Inklusion ist kein Selbstzweck. Das oberste Ziel, nämlich dass auch das behinderte Kind Glück erfährt, darf nicht aus den Augen verloren werden. Inklusion hat bei einem behinderten Kind nur dann Sinn, wenn das Ziel der Integration durch die Einschulung erreicht wird. Umgekehrt ist eine Inklusion, die der Integration und dem Lebensglück des Kindes zuwider läuft, abzulehnen.

2. Heilpädagogik ist kein Makel. Sonder- und Heilpädagogische Einrichtungen sind Hilfestellungen für Kinder. Kinder sollen so entweder möglichst früh den Weg in die Regelschule oder später in die Ausbildung zu finden.

Ist eine Regelbeschulung dauerhaft nicht möglich, so sollen diese Einrichtungen das Kind in Bezug auf die Bewältigung von Alltagsaufgaben schulen. Je mehr ein Behinderter den eigenen Alltag bewältigen kann, desto mehr kann es auch am öffentlichen Leben teilnehmen.

Zur Debatte:

I. Inklusion ist ein heisses Eisen. Die einen propagieren es als ein unantastbares Dogma. Förderschulen werden kategorisch abgelehnt.

Die Gegner der Inklusion lehnen Inklusion als Störung des Schulwesens ab. Sie halten Inklusion für Spinnerei.

Tatsächlich ist die Debatte um die Inklusion / Förderschulen Ausdruck einer viel zu engen und viel zu dogmatischen Sichtweise.

Inklusion muss im Zusammenhang mit der Integration Behinderter in Alltagsabläufe und im Zusammenhang mit dem individuellen Lebensglück eines jeden einzelnen behinderten Menschen gesehen werden.

Förderschulen müssen als individuellen Sonderweg verstanden werden, damit die Grundlagen für die vollständige oder zumindest partielle Integration von behinderten Menschen sicher gestellt wird.

II. Grundsätzlich muss die Zielsetzung einer humanen Gesellschaftsordnung sein, dass jeder Mensch und damit auch jeder Behinderte eine Gesellschaftsstruktur vorfindet, die es ihm erlaubt, sein Leben glücklich zu gestalten.

Weil nicht jeder Mensch gleich und natürlich auch jeder behinderte Mensch individuell ist, liegt es auf der Hand, dass sich das Lebensglück bei jedem Menschen, auch bei jedem einzelnen behinderten Menschen, individuell definiert.

Inklusion und Integration sind daher nicht schematisch oder abstrakt dogmatisch zu definieren, sondern individuell.

Es ist im übrigen auch schön, dass wir unter Behinderten Individualität haben. Vielheit macht das Leben spannender und interessanter, das gilt auch in Bezug auf behinderte Menschen.

Im Einzelnen:

I. Im Grundsätzlichen lehnen wir Inklusion als Ergebnis einer Sparpolitik ab:

Wenn ein behindertes Kind auf die Regelschule geschickt wird, wird aber dort auf der einen Seite unzureichend gefördert, weil die finanziellen und personellen Mittel fehlen, und auf der anderen Seite von Mitschülern vielleicht auch noch gemobbt, vielleicht sogar richtig misshandelt, dann hat diese Art von Inklusion mit Integration und Lebensglück nichts zu tun.

Halbherzige Inklusion unter Abschaffung der Förderschulen, lehnt die Familien-Partei als menschenfeindliches Sparziel ab.

Insbesondere durch Sparmassnahmen getriebene Inklusion hat mit dem behaupteten Zweck "Menschenfreundlichkeit" nichts zu tun.

Auch Eltern ist zu raten, nicht aus Eitelkeit und Eifersucht das Kind eigennützig einzuschulen. Es dürfte regelmässig völliger Unsinn sein, ein Kind, das die Regelbeschulung nicht schafft, auf ein Gymnasium zu schicken. Die Kinder dürften dort regelmässig weder integriert, noch das Optimum an Förderung erhalten. Umgekehrt ist die zumindest gefühlte Diskriminierung vorprogrammiert.

II. Ein Schulsystem muss breit angelegt werden.

Weil Menschen nicht gleich sind, egal ob sie behindert sind oder nicht, dürfte es auch auf der Hand liegen, dass die schulische Infrastruktur breit anzulegen ist. Das gilt natürlich auch für die Bildung behinderter Menschen.

Es ist schon lange bekannt, dass die Intensität der Behinderung und auch der Förderbedarf ganz unterschiedlich sind. Vor diesem Hintergrund haben die Förderschulen unterschiedliche Schwerpunkte in der Sonderpädagogik herausgebildet.

III. Kinder, bei denen eine Regelbeschulung / Allgemeinbildung möglich ist, da ist auch Inklusion möglich.

Grundsätzlich unterscheidet die Familien-Partei danach, ob eine Regelbeschulung bei behinderten Kindern möglich ist oder nicht.

Für behinderte Kinder, bei denen eine Regelbeschulung möglich ist, sollte Inklusion erfolgen oder zumindest eine Wahlmöglichkeit bestehen.

1. Körperliche Behinderungen sind heute kein Ausschlussgrund zur Teilnahme an Regelschulen.

Körperlich behinderte Schüler, die mental auf der Augenhöhe der Mitschüler sind, müssen in einem vernünftigen Umfeld nicht mit Mobbing rechnen und können voll und ganz in den normalen Regelschulbetrieb integriert werden.

Diese Kinder sollen natürlich ganz selbstverständlich am Regelschulleben teilhaben. Der Lehrplan ist selbstverständlich anzupassen.

Die Kinder sollten im Regelfall nicht auf eine Förderschule gehen.

2. Bei Kindern mit besonderem Förderbedarf "Sprache", "Hören" oder "Sehen" erscheint uns die Einrichtung von besonderen Inklusionsschulen möglich, wenn die Vermittlung von Allgemeinbildung möglich und der Besuch einer Regelschule ohne die Behinderung möglich wäre.

Bei den Inklusionsschulen muss es sich um Förderschulen handeln, die nach den Lehrplänen der Regelschulen schulen und im begrenzten Umfang auch Schüler ohne Förderbedarf aufnehmen.

Es liegt auf der Hand, dass diese Inklusionsschulen teurer als Schulen eines dualen Systems sind.

IV. Kinder, bei denen eine Regelbeschulung nicht möglich ist, sollten im Regelfall eine Förderschule mit dem richtigen Förderschwerpunkt bestehen.

Wenn Eltern ihre Kinder trotzdem in Regelschulen unterbringen wollen, dann sollte dem Wunsch ausnahmsweise entsprochen werden, wenn sicher gestellt ist, dass die Förderung ausreichend erfolgen kann und Diskriminierung und Mobbing durch Mitschüler strukturell ausgeschlossen ist.

Das Kindeswohl muss an erster Stelle stehen.

V. Die heilpädagogischen vorschulischen Einrichtungen werden unterschätzt.

Die Frühförderung sollte möglichst frühzeitig beginnen. Es ist bekannt, dass sich eine frühe Frühförderung positiv auf die Entwicklung auswirkt. Dies gilt insb. auch für Kinder mit emotionalem, sozialem oder sprachlichem Sonderförderbedarf.

Heilpädagogische Einrichtungen sollten allen Kindern mit Förderbedarf ganztägig zugänglich gemacht werden.

Ziel muss sein, positive Einflüsse möglichst früh in die Entwicklung des Kindes einzubringen. Gerade wenn die Ursache von Behinderungen und Entwicklungsverzögerungen mit hoher Wahrscheinlichkeit auch im sozialen und familiären Umfeld zu finden sind, ist ein frühzeitiges korrigierendes Eingreifen durch staatliche Körperschaften sinnvoll.

Mit Frühförderungen sollte versucht werden, dass die Kinder möglichst doch die Voraussetzungen mitbringen, auf eine ganztägige Regelschule eingeschult werden zu können.

Die Kommunalpolitik muss darauf achten, dass keine sozialen Brennpunktschulen entstehen. Auch Kindergärten sollten von Kindern verschiedener sozialer Herkünfte besucht werden.



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